Rilchinger Runde

Ohne Biker-Guides zu unseren französischen Nachbarn…

 

 

Allons enfants de la Patrie, Le jour de gloire est arrivé! Contre nous de la tyrannie….

Mit der „La Marseillaise“ auf den Lippen ging das „Tour-Team“ der ssv-funbiker am Sonntag, 18. Juni zu unseren französischen Freunden auf Enddeckungstour. Mit der 62 Kilometer langen „Rilchinger Runde“ durch eine wunderschöne lothringische Landschaft, sollten nicht nur Kilometer gefressen werden… Nein, auch eine gute Portion Zeitgeschichte sollten die Biker vom Sachsenkreuz wissbegierig aufsaugen. Ging die Tour doch mitten durch die frühere „ligne maginot aquatique“. Eine über riesige Flächen verteilte Sperranlage aus Bunkeranlagen und Überflutungszonen, die im zweiten Weltkrieg als Bollwerk gegen die eventuell angreifende Wehrmacht dienen sollte. Aber aus den früheren Feinden sind heute Nachbarn- ja Freunde geworden und an vielen Weiheranlagen als Hinterlassenschaft aus diesen dunklen Zeiten, tummeln sich heute Deutsche und Franzosen freundschaftlich nebeneinander, um an den Strandbädern oder den zahlreichen Campingplätzen ihre Freizeit gemeinsam zu verbringen. Zum ersten Mal war Karsten mit von der Partie. Mit seinem neuen 500 Watt-E-Mountainbike stellte die Runde für Ihn kein Problem dar. Kein Problem… Nun antriebsmäßig auf Bundesliganiveau. Dafür reifentechnisch aber nur Kreisklasse, denn zweimal mussten die funbiker Reifenschäden an dem Hightech-Gerät beheben. Auch war das funbiker-Urgestein Berthold nach längerer Auszeit wieder mit dabei, worüber sich alle sehr freuten. Und wie… genau beobachtete er die vielen am Wegesrand noch erkennbaren Bunkeranlagen um sie nach offensichtlich vorherigem eingehendem Studium eindeutig zuordnen zu können.  Selbst die „Einmannbunker“ erkannte er auf Anhieb. Einmannbunker…?? Nun, diese stellten sich dann aber bei genauerem Hinsehen schnell als aufgestellte Altglascontainer heraus und die diagnostizierten Schießscharten waren nur schnöde Einwurfschlitze. Na ja, irren ist menschlich. Aber nun mal von Anfang an. Nach dem Losfahren in Rilchingen-Hanweiler erreichten wir schnell Saargmünd. Dort verließen wir die Saar und fuhren in südwestlicher Richtung nach Hambach und Puttelange, wo wir bereits auf die ersten Weiheranlagen stießen. Weiter durch eine traumhafte Landschaft nach Rèmering und Hierbach, wo die funbiker auf der dortigen Staumauer des Hierbacher Weihers eine kleine Rast einlegten. Der Ausfall der beiden erfahrenen Bikerguides Stephan und Franz, brachte an diesem Tag einige Orientierungsprobleme mit sich. Denn die auf den Handys geladenen Navi-Apps führten bereits nach weniger als zwei Stunden zum Totalausfall der Geräte mangels ausreichender elektrischer Energie. Auch das Anzapfen der Antriebsanlage von Karstens E-Bike blieb erfolglos. So mussten die funbiker ohne technische Hilfsmittel den weiteren Weg in Richtung Sarralbe finden. Weitestgehend über den grenzübergreifenden Velo visavis erreichten wir das kleine und liebenswerte Städtchen. Jetzt war erst mal eine ausgiebige Rast vor einem kleinen Café in Mitten der Altstadt angesagt. Dabei filterten sich in der Truppe erneut Kulturkenner und Kulturbanausen heraus. Nachdem Jürgen K. sich eine Zitronenlimonade mit dem traditionellen und in Lothringen sehr beliebten Waldmeistersirup „Monin“ bestellte, wollten dies fast alle anderen auch gerne haben. Nun Geschmack ist Ansichtssache. Mit grausigen Gesichtern, ungläubigem Gesichtsausdruck und  dem Geschmacksvergleich zum Odol-Mundwasser brauchte sich Jürgen nach dem vorsichtigen Nippen der anderen über ausreichend Getränke keine Sorgen zu machen. Kulturbanausen eben… Aber auch die schönste Rast geht irgendwann zu Ende und so machten sich die funbiker mit mehr oder weniger Flüssigkeitsaufnahme entlang des traditionellen Saar-Kohle-Kanals auf den Rückweg nach Saargemünd und schließlich nach Rilchingen-Hanweiler. Mit den Autos ging es zurück nach Schiffweiler um im dortigen Eiscafé bei sommerlich heißen Temperaturen den Abschluss zu machen. Diesmal alle Bestellungen ganz ohne Waldmeistergeschmack.

Wir waren dabei:

Marion; Pia; Berthold; Rüdiger; Markus; Karsten und Jürgen K.